Das Wichtigste in Kürze
- Zinseszins entsteht, wenn Erträge wieder angelegt werden und selbst Erträge erzielen.
- Gold zahlt keine Zinsen: sein Preis kann steigen, seitwärts laufen oder fallen.
- Zeit verstärkt nicht nur Wertzuwachs, sondern auch die Wirkung von Kosten und Teuerung.
- Alle Zahlen hier sind Rechenbeispiele, keine Prognose und kein Renditeversprechen.
1. Was ist Zinseszins, einfach erklärt?
Wenn du Zinsen erhältst und sie nicht ausgibst, kommen sie zum ursprünglichen Betrag dazu. Im nächsten Jahr werden auch auf diese Zinsen wieder Zinsen berechnet. Dieser Vorgang heisst Zinseszins. Die Bezeichnung «achtes Weltwunder» ist ein beliebtes Bild dafür, kein Beweis und keine Garantie. Auch das oft dazu erzählte Einstein-Zitat ist nicht zuverlässig belegt.
Ein einfaches Beispiel: 1'000 Geldeinheiten zu konstant 5 % pro Jahr, ohne weitere Einzahlungen, Kosten und Steuern. Nach 10 Jahren sind es 1'629, nach 20 Jahren 2'653 und nach 30 Jahren 4'322. Die Formel lautet: Startbetrag × (1 + Jahresrate) hoch Jahre. Bei bloss einfachen Zinsen wären es nach 30 Jahren nur 2'500. Der Unterschied entsteht dadurch, dass die rechnerischen Erträge immer mitwachsen.
In der Wirklichkeit bleibt die Entwicklung einer Anlage selten jedes Jahr gleich. Steuern, Gebühren und Entnahmen können das Ergebnis verändern. Bei einer verzinsten Anlage ist ausserdem entscheidend, ob Zinsen tatsächlich wieder angelegt werden. Ein höherer Endwert in einem Beispiel sagt deshalb nichts darüber, welches Produkt für dich passt.
2. Start mit Geburt oder erst mit zehn?
Vergleichen wir dasselbe Zielalter von 18 Jahren und eine Monatsrate von 50. Ab Geburt sind das 18 Jahre und 10'800 Einzahlungen; ab dem zehnten Geburtstag sind es acht Jahre und 4'800 Einzahlungen. Mit einer rein angenommenen Wertentwicklung von 5 % pro Jahr und sämtlichen gemeinsamen, vorläufigen Kosten ergibt die Monatsrechnung rund 10'740 beim frühen Start und 4'375 beim späteren Start. Die Einrichtungskosten werden am Anfang belastet, Agio auf jede Einzahlung, laufende Kosten monatlich und ein allfälliger Erfolgsanteil bei Auszahlung. Die genaue vorläufige Rechenbasis steht unter dem Rechner und muss vom Partner bestätigt werden.
Der frühe Start liegt nicht nur wegen des Zinseszinses vorne: Es wurde auch deutlich mehr eingezahlt. Diesen Unterschied darf man nicht verschweigen. Früh anfangen gibt einem kleinen Betrag mehr Zeit, ersetzt aber weder ausreichende Einzahlungen noch die Wahl einer passenden Anlage. Auch ein späterer Start kann sinnvoll sein. Zuerst sollten laufende Ausgaben, ein Notgroschen und allfällige teure Schulden geklärt sein.
3. Was ist die 72er-Regel?
72 geteilt durch die jährliche Wachstumsrate in Prozent ergibt die ungefähre Verdopplungszeit. Bei 5 % sind das 14,4 Jahre, bei 4 % etwa 18 Jahre und bei 6 % rund zwölf Jahre. Genau gerechnet verdoppelt sich ein Betrag bei konstant 5 % nach etwa 14,2 Jahren. Die Regel ist also eine Näherung, keine Vorhersage. Sie setzt wieder angelegte Erträge und eine gleichbleibende positive Rate voraus. Bei 0 % gibt es keine Verdopplung; bei negativen Raten hilft die Regel nicht.
4. Zahlt Gold Zinsen?
Gold zahlt weder Zinsen noch Dividenden. Ein Gramm bleibt ein Gramm. Wenn sich sein Preis erhöht und später erneut prozentual erhöht, entsteht rechnerisch Wertzuwachs auf Wertzuwachs. Dieser mathematische Mechanismus ähnelt dem Zinseszins, ist aber kein laufender Ertrag und keine Zusage. Für physisches Edelmetall ist die Bezeichnung «Zinseszins» deshalb nur als Rechenbild richtig.
Preisveränderungen können ebenso negativ sein. Nach einem Rückgang von 20 % braucht es einen Anstieg von 25 %, um den Ausgangswert wieder zu erreichen. Plus 20 % und danach minus 20 % ergibt insgesamt minus 4 %, nicht null. Reihenfolge, Einzahlungszeitpunkte und Kosten beeinflussen einen Sparplan. Die historischen Edelmetallpreise zeigen mehrjährige Durststrecken, nicht nur schöne langfristige Durchschnittswerte.
5. Wie wirken Kosten und Teuerung über die Zeit?
Bei 1'000 Startbetrag, angenommenen 5 % Wachstum und 30 Jahren ergibt die Monatsrechnung ohne Kosten rund 4'322. Mit sämtlichen vorläufigen Kosten bleiben rund 1'420. Der Unterschied von 2'902 besteht aus abgezogenen Kosten und dem entgangenen Wertzuwachs auf diese Beträge. Er ist nicht einfach die Summe der Gebühren. Laufende Kosten verkleinern den jeweiligen Bestand und damit die Basis für die nächsten Monate. Einrichtung, Agio und allfälliger Erfolgsanteil sind in der Rechnung ebenfalls enthalten.
Einrichtungskosten, Agio auf Einzahlungen, laufende Kosten für Verwaltung, Versicherung und Lagerung sowie gegebenenfalls ein Erfolgsanteil – alle Sätze stehen in deinem Antrag und werden dir vor Abschluss schriftlich erklärt. Der Rechner zeigt dir die Wirkung über die Laufzeit.
Teuerung wirkt ebenfalls über die Zeit. Bei angenommenen konstant 2 % pro Jahr hätte ein unveränderter Betrag von 1'000 nach 30 Jahren noch die Kaufkraft von rund 552 heutigen Geldeinheiten. Der nominale Kontostand und die reale Kaufkraft sind nicht dasselbe. Auch 2 % sind nur eine Annahme, keine Prognose. Der Rechner zeigt nominale Werte vor Steuern und ohne Teuerungsabzug.
6. Was nehme ich daraus mit?
- Früh beginnen kann helfen, sofern Rücklagen und Alltag finanziert sind.
- Lange dranbleiben – mit einer Rate, die realistisch zu deinem Leben passt.
- Kosten kennen: einmalig, auf Einzahlungen, laufend und beim Ausstieg.
- Wachstumsannahmen kritisch prüfen. Gold zahlt keine Zinsen, und Verluste sind möglich.
- Nicht auf Zinseszins-Versprechen hereinfallen: eine schöne Kurve ist kein Vertrag über die Zukunft.
Zeit, Wachstum und Kosten
Rechenbeispiele in Geldeinheiten, keine Prognose. Gold zahlt keine Zinsen; sein Preis kann auch fallen.
- Eingezahlt
- EUR 11'800
- Kosten total
- EUR 4'771
- Möglicher Wert nach Kosten
- EUR 11'892
- Endwert ohne Kosten
- EUR 19'740
- Wertzuwachs ohne Kosten
- EUR 7'940
- Zinseszins-Effekt (ohne Kosten)
- EUR 2'158
- Kostenwirkung inkl. entgangenem Zuwachs
- EUR 7'848
Zum Vergleich, unabhängig von deiner gewählten Rate:
Wie 2000–2025 · 10 % p.a.
Eingezahlt total
EUR 11'800
davon Kosten
EUR 6'913
Möglicher Wert nach Kosten · 18 J.
EUR 17'831
Historisch aussergewöhnlich – so stark stieg Gold von 2000 bis 2025. Wer 1980 kaufte, lag 25 Jahre später im Minus. Keine Prognose. Edelmetallpreise seit 2000 →
Vorläufige Kostensätze – vom Partner zu bestätigen. Keine verbindliche Offerte.
So setzen sich die Kosten zusammen
Einrichtung
9.9 % der geplanten Einzahlungen
- Deine Annahme
- EUR 1'168
Agio
5 % auf jede Einzahlung
- Deine Annahme
- EUR 590
Verwaltung, Versicherung & Lagerung
0.25 % pro Monat auf den Bestand
- Deine Annahme
- EUR 2'996
Erfolgsanteil bei Auszahlung
15 % der positiven Wertsteigerung
- Deine Annahme
- EUR 16
Kosten total
Direkt belastete Kosten
- Deine Annahme
- EUR 4'771
Nötige Wertsteigerung pro Jahr, damit du mindestens deine Einzahlungen zurückbekommst
4.90 % p.a.
Rechenannahmen, vom Partner zu bestätigen: Die Einrichtung wird am Anfang auf sämtliche geplanten Einzahlungen inklusive aktivierter Anlässe berechnet. Reicht der Startbetrag nicht, decken die ersten Einzahlungen zuerst diese Kosten; vorher wird kein Metallbestand aufgebaut. Agio wird auch vom Startbetrag abgezogen. Laufende Kosten fallen monatlich nach der Wertentwicklung auf den positiven Bestand an. Der Erfolgsanteil wird nur bei Auszahlung auf den positiven Mehrwert gegenüber sämtlichen Einzahlungen nach den anderen Kosten berechnet; in der Grafik zeigt jeder Jahrestermin eine hypothetische Auszahlung, ohne jährlichen Abzug des Erfolgsanteils. Kosten total ist die Summe der Gebühren, nicht der entgangene Wertzuwachs. Die nötige Jahresrate ist eine konstante mathematische Annahme, keine erwartete Rendite; tatsächliche Preisverläufe können andere Ergebnisse liefern. Ohne Steuern, Teuerung und zusätzliche Verkaufs- oder Auslieferungskosten. Beträge gerundet.
«Zinseszins-Effekt»: Mehrwert gegenüber einfacher linearer Verzinsung jeder Einzahlung bei derselben Jahresrate und Laufzeit, ohne Kosten. Keine echten Goldzinsen. Monatliche Einzahlungen zu Monatsbeginn. Einrichtungskosten, Agio auf Einzahlungen, laufende Kosten für Verwaltung, Versicherung und Lagerung sowie gegebenenfalls ein Erfolgsanteil – alle Sätze stehen in deinem Antrag und werden dir vor Abschluss schriftlich erklärt. Der Rechner zeigt dir die Wirkung über die Laufzeit. Ohne Steuern und Teuerung. Werte gerundet.
Zum Familien-Sparrechner →Fragen? Kostenloses Gespräch
Ich nehme mir Zeit für deine Fragen – unverbindlich und mit allen Kosten schriftlich.
Gespräch vereinbarenAllgemeine Information, keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.
