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Familiengold

Edelmetallpreise seit 2000: Gold, Silber, Platin und Palladium

Der Goldpreis ist von 2000 bis 2025 auf Jahresschlussbasis stark gestiegen, mit mehrjährigen Einbrüchen wie 2013 und einer langen Seitwärtsphase bis 2018. Silber, Platin und Palladium schwankten deutlich stärker. Diese aussergewöhnlich starke Phase ist keine Prognose: Wer 1980 auf dem Hoch kaufte, lag 25 Jahre später im Minus.

8 Min. Lesezeit · Von Nathalie Sameli · Zuletzt aktualisiert:

Preis je Feinunze · 2000–2025 Jahresschlusskurse
2026: Zwischenstand vom 23.10.2026

Markierung: Rückgang gegenüber dem Vorjahr · gestrichelt: laufendes Jahr 2026

Faktor 2000 → 2025
15.81×

Nominal, ohne Kosten

Ø pro Jahr 2000–2025
+11.7 %

Geometrischer Durchschnitt

Grösster Rückgang
-36.1 %

2012 → 2015 · Jahreswerte

Jahre mit Verlust
4

2001–2025 · abgeschlossene Jahre

2026 bis zum Stichtag
-7.5 %

23.10.2026 gegenüber Ende 2025

Kursentwicklung, keine Sparplan-Rendite: ohne Inflation, Kauf-, Lager- und Verkaufskosten. Der grösste Rückgang basiert nur auf Jahresschlusskursen; zwischenzeitliche Verluste können grösser gewesen sein.

Vergangene Wertentwicklung ist kein Indikator für die Zukunft. Der Zeitraum ab 2000 war für Gold aussergewöhnlich stark. Wer 1980 auf dem damaligen Hoch kaufte, wartete bis 2008, bis der Preis wieder gleich hoch war. Quelle: gold.de, Jahresschlusskurse; 2026 Stand 23.10.2026.

Vergleich mit dem Hoch von 1980: nominal in USD, nicht inflationsbereinigt. Quelle öffnen

Gold, Silber, Platin und Palladium im Vergleich

USD · Index 2000 = 100 · logarithmische Skala: gleiche Abstände entsprechen gleichen Faktoren.
2026: Zwischenstand vom 23.10.2026, gestrichelt.

Alle vier Metalle · USD · 2000–2025; 2026 separat. Ohne Kosten und Inflation.
MetallFaktor 2000 → 2025Ø pro JahrGrösster RückgangVerlustjahre20252026 bisher
Gold×15.8+11.7 %-36.1 %2012 → 20154+66.5 %-7.5 %
Silber×16.6+11.9 %-54.8 %2010 → 20159+163.5 %-28.5 %
Platin×3.6+5.3 %-55.1 %2010 → 201810+143.8 %-26.8 %
Palladium×1.7+2.2 %-80.9 %2000 → 200811+82.6 %-36.6 %

Ø pro Jahr: geometrischer Durchschnitt. Verlustjahre: negative Veränderungen 2001–2025. Rückgang: vom bisherigen höchsten Jahresschlusskurs zum späteren Tiefpunkt bis 2025. 2025 und 2026 jeweils gegenüber dem Schlusskurs des Vorjahres.

Vergangene Wertentwicklung ist kein Indikator für die Zukunft. Silber, Platin und Palladium schwanken deutlich stärker als Gold: Palladium verlor nach 2000 über 80 % und lag 2026 kaum höher als im Jahr 2000. Werte auf Jahresschluss-Basis, unterjährige Schwankungen waren teils noch grösser. Quellen: gold.de (Gold, Silber), goldprice.com/LBMA (Platin, Palladium); 2026 Stand 23.10.2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Grafik zeigt Jahresschlusskurse 2000–2025; 2026 ist nur der Zwischenstand vom 23.10.2026.
  • Der Startpunkt 2000 bildet einen für Gold aussergewöhnlich starken Zeitraum ab.
  • USD und EUR zeigen wegen der Wechselkurse unterschiedliche Wertentwicklungen.
  • Mehrjährige Rückgänge gehören dazu; historische Kursgewinne sind keine Prognose und keine Sparplan-Rendite.

Was die Grafik zeigt – und was nicht

Die Grafik vergleicht den Goldpreis je Feinunze in US-Dollar und Euro. Für 2000 bis 2025 sind Jahresschlusskurse dargestellt; der Punkt 2026 ist der laufende Kurs vom 23. Oktober 2026. Er ist kein Jahresschlusskurs und wird nicht automatisch aktualisiert. Die Zahlenreihe ist gold.de zugeordnet. Sie zeigt nominale Marktpreise, nicht den Preis, den du beim Kauf eines bestimmten Barrens tatsächlich bezahlt hättest.

Jahreswerte machen lange Phasen gut lesbar, lassen aber die Schwankungen innerhalb eines Jahres weg. Eine Linie zwischen zwei Punkten bildet deshalb nicht den täglichen Kursverlauf ab. Der ausgewiesene grösste Rückgang wird zwischen den verfügbaren Jahresschlusskursen berechnet. Ein Rückgang zwischen täglichen Höchst- und Tiefstkursen könnte grösser gewesen sein. Aufpreise, Agio, Einrichtung, Lagerung, Verkaufskosten, Steuern und Inflation sind nicht enthalten.

Gold, Silber, Platin und Palladium im Vergleich

Für den Vergleich startet jedes Metall beim USD-Jahresschlusskurs 2000 mit dem Indexwert 100. Ein Index von 200 bedeutet das Doppelte dieses Ausgangspreises, nicht einen Preis von 200 Dollar. Die logarithmische Achse zeigt gleiche Faktoren mit gleichen Abständen. So lassen sich prozentuale Entwicklungen trotz sehr unterschiedlicher Preise je Feinunze vergleichen. Der Ausgangspunkt prägt das Ergebnis: Palladium begann 2000 auf einem hohen Preisniveau, Gold auf einem vergleichsweise tiefen.

Gold war in dieser Reihe der ruhigste Wertspeicher der vier Metalle: Es hatte den kleinsten Rückgang zwischen Jahresschlusskursen und die wenigsten Verlustjahre. Ruhiger bedeutet nicht schwankungsfrei. Auch Gold verlor zeitweise mehr als ein Drittel. Silber erreichte bis 2025 einen ähnlich hohen langfristigen Zuwachs, verzeichnete aber mehr als doppelt so viele Verlustjahre wie Gold und deutlich stärkere Ausschläge. 2025 stieg Silber in USD um rund 163 %; bis zum 23.10.2026 verlor es gegenüber Ende 2025 rund 29 %. Solche Extreme sind kein Massstab für eine normale künftige Wertentwicklung.

Platin und Palladium hängen stark von der Autoindustrie und dem Bedarf an Katalysatoren ab. Konjunktur, neue Antriebstechnologien, Substitution und das konzentrierte Angebot können ihre Preise deutlich verändern. Beide Reihen zeigen lange Durststrecken. Platin verlor zwischen den Jahresschlusskursen 2010 und 2018 rund 55 %. Palladium sank von 2000 bis 2008 um über 80 % und lag am Stichtag 2026 nominal in USD nur wenig über dem Preis von 2000. Hohe zwischenzeitliche Kurse halfen niemandem, der zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkaufen musste.

Eine Aufteilung auf mehrere Metalle mischt unterschiedliche Nachfragequellen und Preisbewegungen. Sie beseitigt Schwankungen aber nicht: Metalle können gleichzeitig fallen, und eine Mischung mehrerer Edelmetalle ersetzt keine Streuung über unterschiedliche Anlageklassen. Welche Anteile passen, hängt von deinem Ziel, deiner übrigen Vorsorge, den Kosten und deiner Fähigkeit ab, längere Verluste auszuhalten. Der historische Gewinner ist nicht automatisch der Gewinner der nächsten Jahre.

2000–2011: ein langer Anstieg

Vom tiefen Ausgangsniveau um 2000 stieg Gold über viele Jahre deutlich. Tiefe Zinsen, zeitweise geringe Realzinsen und die Suche nach einem anderen Vermögensbaustein unterstützten die Nachfrage. Die Finanzkrise 2008 und die anschliessenden geldpolitischen Massnahmen verstärkten das Interesse. Das bedeutet nicht, dass der Preis jeden Tag stieg oder jede Krise automatisch einen Goldanstieg auslöste: Auch in dieser Phase gab es deutliche kurzfristige Schwankungen.

Der gewählte Beginn ist wichtig. Wer nur diese Kurve betrachtet, sieht einen aussergewöhnlich starken Zeitraum. Ein früherer Einstieg konnte ganz anders verlaufen: Wer 1980 zum damaligen nominalen USD-Hoch kaufte, musste bis 2008 warten, bis dieses Preisniveau wieder erreicht wurde. Nach Berücksichtigung der Inflation ist die Einordnung nochmals anders. Ein günstiger historischer Startpunkt lässt sich im Voraus nicht zuverlässig erkennen.

2013: ein deutlicher Einbruch

Nach dem hohen Preisniveau der frühen 2010er-Jahre änderten sich Erwartungen an Zinsen, Geldpolitik und andere Anlagen. Im Vergleich der Jahresschlusskurse sank Gold 2013 um rund 28 % in USD. In EUR fiel der Rückgang wegen der Wechselkursentwicklung noch anders aus. Von Ende 2012 bis Ende 2015 verlor der USD-Kurs insgesamt rund 36 %. Das war eine mehrjährige Verlustphase, nicht nur ein kurzer Ausschlag.

Für eine Person, die zu einem hohen Kurs gekauft hatte und das Geld bald wieder brauchte, konnte das schmerzhaft sein. Gold zahlt keine Zinsen oder Dividenden, die einen fallenden Preis ausgleichen. Auch ein materieller Bestand kann lange weniger wert sein als der Kaufpreis. Deshalb gehören kurzfristig benötigte Reserven nicht in einen Edelmetall-Sparplan.

Bis 2018: eine längere Durststrecke

Nach dem Einbruch folgten weitere Rückgänge und Erholungen. Bis 2018 bewegte sich Gold in USD über längere Zeit ohne einen dauerhaften Anschluss an die früheren Höchststände. Die Jahresschlusskurse zeigen keine gerade Aufwärtsbewegung. In EUR verlief dieselbe Phase teilweise anders: Ein schwächerer Euro konnte einen USD-Rückgang mildern oder einen Anstieg verstärken.

Ab 2019: neue Nachfrage und neue Höhen

Ab 2019 stieg das Preisniveau erneut. Die Pandemie, expansive Geldpolitik, später hohe Inflation und geopolitische Unsicherheit prägten die Erwartungen. Zentralbankkäufe wurden zu einem wichtigen Nachfragefaktor. Diese Entwicklungen wirkten zusammen; keine einzelne Nachricht erklärt alle Preisbewegungen. Trotz des starken Trends gab es Rückschläge – beispielsweise endete 2021 in USD unter dem Schlusskurs von 2020.

2025 sehr stark – 2026 bisher rückläufig

Die vorgegebene Datenreihe zeigt für 2025 gegenüber Ende 2024 einen Anstieg von rund 66 % in USD und rund 47 % in EUR. Solche Jahresbewegungen sind aussergewöhnlich und dürfen nicht als normale künftige Entwicklung eingeplant werden. Am 23.10.2026 lag der Kurs in beiden Währungen unter dem Jahresschlusskurs 2025. Das laufende Jahr ist damit an diesem Stichtag rückläufig; wie es endet, ist offen.

Warum USD und EUR nicht dieselbe Kurve zeigen

Gold wird international meist in US-Dollar notiert. Der Preis in Euro hängt zusätzlich davon ab, wie viele US-Dollar ein Euro wert ist. Wird der Euro gegenüber dem Dollar schwächer, steigt der in Euro ausgedrückte Goldpreis bei unverändertem USD-Preis. Wird der Euro stärker, kann er einen USD-Gewinn reduzieren. Deshalb unterscheiden sich Jahresverluste, stärkster Rückgang und durchschnittliche Wertentwicklung je nach ausgewählter Währung.

Für deine persönliche Planung zählt die Währung, in der du einzahlst und später Ausgaben hast. Die Grafik enthält keine CHF-Reihe; ein EUR-Wert ist kein CHF-Wert. Auch der geometrische Jahresdurchschnitt ist nur eine rückblickende Rechengrösse: Er beschreibt den gleichmässigen jährlichen Satz zwischen Anfang und Ende, nicht die tatsächlich ungleichmässigen Jahresbewegungen und nicht die Entwicklung monatlicher Einzahlungen.

Fazit: Zeit hilft bei der Planung, verspricht aber nichts

Seit 2000 gab es langfristig einen deutlichen nominalen Wertzuwachs, aber auch mehrjährige Durststrecken. Ein Sparplan über viele Jahre verteilt Käufe auf unterschiedliche Preisniveaus. Er verhindert Verluste jedoch nicht und kann bei dauerhaft sinkenden Preisen ebenfalls an Wert verlieren. Historische Kursgewinne sind kein Beleg dafür, dass Kosten automatisch ausgeglichen werden oder ein bestimmtes Zielkapital erreicht wird.

  • Notgroschen und kurzfristige Ziele getrennt halten.
  • Edelmetall als Baustein neben anderen Anlagen betrachten, nicht als einzige Vorsorge.
  • Vor dem Abschluss Kosten, Laufzeit und mögliche Verluste besprechen.
  • Historische Zahlen zum Verstehen nutzen – nicht als Versprechen für die Zukunft.

Quellen und Datenstand

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