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Familiengold

Edelmetallkosten verstehen: Agio, Lagerung und Spread

Kurz erklärt

Bei einem Edelmetall-Sparplan fallen typischerweise Einrichtungskosten, ein Agio auf Einzahlungen, laufende Kosten für Verwaltung, Versicherung und Lagerung sowie gegebenenfalls ein Erfolgsanteil an. Dazu kommen beim Verkauf oder bei der Auslieferung Spread und Versand. Entscheidend ist, was nach allen Kosten über die ganze Laufzeit übrig bleibt.

4 Min. Lesezeit · Von Nathalie Sameli · Zuletzt aktualisiert:

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Metallkurs allein ist nicht dein Kaufpreis und nicht dein späterer Verkaufserlös.
  • Agio, Einrichtungskosten, Lagerkosten und Spread müssen gemeinsam betrachtet werden.
  • Verlange ein vollständiges Kostenverzeichnis und vergleichbare Kauf- und Verkaufsangebote.

Was es kostet – offen auf den Tisch.

Vorläufige Kostensätze – vom Partner zu bestätigen. Keine verbindliche Offerte.

Einrichtungskosten

Höhe
9,9 %
Worauf
Geplante Gesamteinzahlung
Wann fällig
Zu Beginn

Agio

Höhe
5 %
Worauf
Jede Einzahlung, auch der Startbetrag
Wann fällig
Bei jeder Einzahlung

Verwaltung und Versicherung

Höhe
0,25 % pro Monat zusammen
Worauf
Wert des Bestands; Lagerung enthalten
Wann fällig
Monatlich

Erfolgsanteil

Höhe
15 %
Worauf
Positive Wertsteigerung nach den anderen Kosten gegenüber den Einzahlungen (vorläufige Rechenbasis)
Wann fällig
Bei Auszahlung

Verkauf / Auslieferung

Höhe
Je nach Stückelung und Versand
Worauf
Gewählter Verkaufs- oder Lieferweg
Wann fällig
Bei Verkauf / Auslieferung

Warum wir das zeigen: Weil du vor einer Entscheidung über 18 Jahre alle Zahlen kennen solltest. Verbindlich sind die Sätze in deinem Antrag.

Bei 100 € pro Monat über 18 Jahre zahlst du 21'600 € ein; davon gehen rund 7'930 € an Kosten – bei 4 % jährlicher Wertentwicklung bleibt ein möglicher Wert von 19'820 €.

Illustratives Beispiel, keine Prognose: ohne Startbetrag oder zusätzliche Anlass-Einzahlungen. Die Kosten sind die Summe der vier berechneten Posten, ohne entgangenen Wertzuwachs. Zusätzliche Verkaufs- und Auslieferungskosten sind mangels festem Satz nicht eingerechnet; ebenso wenig Steuern oder Teuerung. Edelmetallpreise können fallen; auch eine lange Laufzeit verspricht keinen Gewinn. Rechenbasis für Einrichtung und Erfolgsanteil noch vom Partner zu bestätigen.

Einrichtungskosten, Agio auf Einzahlungen, laufende Kosten für Verwaltung, Versicherung und Lagerung sowie gegebenenfalls ein Erfolgsanteil – alle Sätze stehen in deinem Antrag und werden dir vor Abschluss schriftlich erklärt. Der Rechner zeigt dir die Wirkung über die Laufzeit.

Was ist das Agio?

Der an Börsen veröffentlichte Metallpreis ist ein Referenzwert, nicht automatisch der Preis deiner Münze oder deines Barrens. Das Agio bezeichnet den Aufschlag auf den zugrunde gelegten Metallwert. Darin können Herstellung, Prägung, Vertrieb und die Marge des Händlers stecken. Angebot und Nachfrage nach bestimmten Stückelungen beeinflussen den Aufschlag ebenfalls. Frage immer, welcher Referenzpreis und welcher Zeitpunkt verwendet werden.

Kleine Barren oder Münzen sind pro Gramm häufig teurer als grössere Einheiten, weil Herstellung und Abwicklung nicht proportional zum Metallgewicht sinken. Dafür lassen sich kleine Stücke leichter einzeln verkaufen. Das ist eine Abwägung zwischen Flexibilität und Kosten, keine pauschale Rangfolge. Sammleraufschläge sind zusätzlich vom reinen Metallwert zu unterscheiden und beim Wiederverkauf nicht selbstverständlich erzielbar.

Einrichtungskosten: Was bleibt von deinen Raten?

Ein Sparplan kann einmalige Einrichtungskosten oder Abschlussgebühren enthalten. Entscheidend ist, wie diese berechnet und bezahlt werden. Werden sie gleich zu Beginn von deinen Einzahlungen abgezogen, steht zunächst weniger Geld für Metallkäufe zur Verfügung. Eine frühzeitige Kündigung kann dann besonders ungünstig ausfallen. Eine lange geplante Laufzeit macht solche Kosten nicht bedeutungslos.

Lass dir zeigen, wie viel Metall nach den ersten Raten tatsächlich in deinem Bestand liegt. Vergleiche dieselben Einzahlungsbeträge und Zeiträume auch bei anderen Vertragsmodellen. Achte auf Mindestgebühren und auf zusätzliche Kosten bei Ratenänderungen oder Pausen. Ein niedriger ausgewiesener Kaufaufschlag kann durch andere Vertragskosten aufgewogen werden.

Welche laufenden Kosten fallen an?

Für professionelle Verwahrung können Gebühren als Prozentsatz des Bestandswerts, als Festbetrag oder mit einer Mindestgebühr anfallen. Kläre, welcher Bewertungszeitpunkt gilt und ob die Kosten aus einem Geldkonto bezahlt oder durch den Verkauf kleiner Metallmengen beglichen werden. Im zweiten Fall sinkt deine Metallmenge auch dann, wenn du nichts entnimmst.

Prüfe, welche Leistungen enthalten sind: Bestandsauszüge, unabhängige Kontrollen, Deckung bei Diebstahl oder Transport sowie der Zugang zum Bestand können unterschiedlich geregelt sein. Auch ein Schliessfach oder die Aufbewahrung zuhause verursachen Aufwand und mögliche Zusatzkosten. Ein Vergleich sollte denselben Leistungsumfang zugrunde legen, statt nur zwei Prozentangaben nebeneinanderzustellen.

Kostet jede Aufbewahrung etwas?

Jede Aufbewahrung kostet: Wer Edelmetall versichert in einem Hochsicherheitslager hält, bezahlt anteilig Lager und Versicherung – so wie man bei einer Bank ein Schliessfach mietet. Der Vorteil bei der hier beschriebenen Verwahrung: Das Metall gehört dir und ist vom Vermögen des Anbieters getrennt. Prüfe die Eigentums- und Verwahrungsnachweise im Vertrag. Bei Guthaben auf einem Bankkonto ist das anders: Im Insolvenzfall der Bank bist du Gläubiger. Berechtigte Einlagen sind in der Schweiz grundsätzlich bis CHF 100'000, in der EU bis 100'000 € pro Person und Bank geschützt; die jeweiligen gesetzlichen Voraussetzungen und Grenzen gelten. Das ist keine Absicherung gegen Teuerung. Wertschriften im Bankdepot, etwa ETF-Anteile, werden ebenfalls grundsätzlich getrennt von den Eigenbeständen der Bank verwahrt; das Fondsvermögen eines ETF ist seinerseits je nach Rechtsform Sondervermögen bzw. rechtlich getrenntes Vermögen. Das ist nicht dasselbe wie Einlagenschutz und schützt nicht vor Kursverlusten. Vergleiche deshalb immer die Gesamtkosten über die Laufzeit.

Erfolgsanteil: Auf welche Wertsteigerung?

Ein Vertrag kann bei Auszahlung einen Anteil an einer positiven Wertsteigerung vorsehen. Kläre schriftlich, was als Wertsteigerung gilt, ob andere Kosten zuvor abgezogen werden und wie Teilauszahlungen behandelt werden. Unser Rechner nimmt vorläufig den positiven Mehrwert nach den anderen Kosten gegenüber sämtlichen Einzahlungen als Basis. Bei einem Ergebnis unter den Einzahlungen wird darin kein Erfolgsanteil berechnet. Diese Annahme und alle vorläufigen Sätze müssen vom Produktpartner bestätigt werden.

Spread und Ausstieg: Was bekommst du zurück?

Der Spread ist die Differenz zwischen dem Verkaufspreis des Händlers an dich und seinem Ankaufspreis bei vergleichbarer Ware zum selben Zeitpunkt. Wenn du sofort wieder verkaufst, erhältst du deshalb in der Regel weniger als deinen Kaufbetrag. Dieser Abstand ist nicht einfach ein weiterer Betrag, den du stets zusätzlich zum Agio addieren darfst: Beide Grössen können sich inhaltlich überschneiden.

Für eine faire Rechnung nutze ein konkretes Kaufangebot und einen zeitgleichen Rückkaufpreis für dasselbe Produkt. Rechne zusätzliche Verkaufsgebühren, Versand, Prüfung und gegebenenfalls Steuern getrennt hinzu. Bei einer Auslieferung aus Sammelbeständen können Herstellung, Stückelung und Transport weitere Kosten auslösen. Ob eine spätere Lieferung überhaupt möglich ist, ergibt sich aus dem Vertrag.

Welche Fragen sollte ich jedem Anbieter stellen?

Bitte vor dem Abschluss um schriftliche Antworten und ein vollständiges Preisverzeichnis. Eine verständliche Beispielrechnung sollte zeigen, wie Einzahlungen, Gebühren, erworbene Menge und ein hypothetischer Verkauf zusammenhängen. Verwechsle dabei eine Rechenannahme zum Metallpreis nicht mit einer Prognose. Unterschiedliche Annahmen machen selbst ausführliche Musterrechnungen schwer vergleichbar.

Die folgende Liste hilft dir, Lücken zu erkennen. Ergänze eigene Fragen zu deinem Wohnsitz, deiner geplanten Laufzeit und der gewünschten Verfügbarkeit. Bleiben zentrale Kosten offen, solltest du vor einer Unterschrift erst Klarheit schaffen.

  • Welcher Referenzpreis gilt, und wie hoch sind Agio und sämtliche Kaufgebühren?
  • Welche einmaligen Einrichtungskosten fallen an, wann werden sie abgezogen und werden sie bei Kündigung teilweise erstattet?
  • Wie werden Lagerkosten berechnet, welche Mindestgebühren gelten und welche Leistungen sind enthalten?
  • Gibt es einen Erfolgsanteil bei Auszahlung, und auf welcher Bemessungsgrundlage wird er berechnet?
  • Welche Ankaufspreise, Spreads, Verkaufsgebühren und Abwicklungsfristen gelten?
  • Was kosten Auslieferung, Transport und gegebenenfalls die Herstellung einzelner Stücke?
  • Welche Kosten entstehen bei Pause, Ratenänderung oder Kündigung, und wie können Gebühren künftig geändert werden?

Quellen und Datenstand

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